Fachgerechte Baumkontrolle zur Überprüfung der Verkehrssicherheit
Eine regelmäßige Baumkontrolle hilft, erkennbare Schäden und Gefahren rechtzeitig festzustellen, fachlich zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu planen. Sie schafft eine nachvollziehbare Grundlage für den sicheren Umgang mit Bäumen auf privaten Grundstücken, in Wohnanlagen, auf Friedhöfen, an Straßen und auf öffentlichen oder gewerblich genutzten Flächen.
Als Sachverständigenbüro kontrollieren wir einzelne Bäume ebenso wie größere Baumbestände. Unsere Regelkontrollen orientieren sich an den FLL-Baumkontrollrichtlinien. Wir verbinden die Untersuchung vor Ort mit einer verständlichen Bewertung, konkreten Maßnahmenempfehlungen und einer strukturierten Dokumentation.
Dabei betrachten wir Verkehrssicherheit und Baumerhalt gemeinsam. Entscheidend ist, welche Bedeutung ein festgestellter Befund tatsächlich besitzt und welche Reaktion angemessen ist.
Unsere Leistungen bei der Baumkontrolle
Wir unterstützen private Baumeigentümer, Hausverwaltungen, Kommunen, Kirchengemeinden, Unternehmen und andere öffentliche Auftraggeber. Die Kontrolle kann als erstmalige Bestandsaufnahme, als wiederkehrende Regelkontrolle oder aus einem besonderen Anlass erfolgen.
Je nach Auftrag können unsere Leistungen umfassen:
- visuelle Kontrolle der Bäume vom Boden aus
- Untersuchung von Krone, Stamm, Stammfuß und Wurzelanläufen
- Erfassung sichtbarer Schäden und Defektsymptome
- Bewertung des Baumstandortes und der Nutzung des Umfeldes
- Beurteilung der Verkehrssicherheit im Rahmen der Regelkontrolle
- Festlegung geeigneter Maßnahmen und ihrer Dringlichkeit
- Festlegung des nächsten Kontrollzeitpunktes
- Dokumentation der Befunde und Empfehlungen
- Aufnahme oder Fortschreibung der Daten in unserer Katastersoftware
- Empfehlung eingehender Untersuchungen bei unklaren Befunden
- weiterführende Begutachtung durch das Sachverständigenbüro
Vor Beginn stimmen wir ab, welche Bäume untersucht werden, welche Unterlagen bereits vorliegen und in welcher Form die Ergebnisse benötigt werden. Bei wiederkehrenden Kontrollen können vorhandene Baumdaten und frühere Befunde in die Bearbeitung einbezogen werden.
Regelkontrolle vom Boden aus
Die Regelkontrolle erfolgt als sorgfältige visuelle Untersuchung vom Boden aus. Dabei werden der Baum und sein unmittelbares Umfeld systematisch betrachtet. Erkennbare Auffälligkeiten werden aufgenommen und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Verkehrssicherheit bewertet.
Geprüft werden insbesondere:
- Kronenstruktur, Totholz und auffällige Astanschlüsse
- Stamm, Rinde, Risse, Höhlungen und Verletzungen
- Zwieselbildungen und Hinweise auf Ausbrüche
- Stammfuß, Wurzelanläufe und sichtbare Wurzelschäden
- Pilzfruchtkörper und andere Hinweise auf Holzabbau
- Vitalität, Belaubung und Entwicklung des Baumes
- Standort, Nutzung des Umfeldes und erkennbare Veränderungen im Wurzelbereich
Vitalität und Verkehrssicherheit werden dabei gemeinsam betrachtet, aber fachlich unterschieden. Eine gut belaubte Krone allein erlaubt keine abschließende Aussage über die Stand- oder Bruchsicherheit. Ebenso führt eine eingeschränkte Vitalität nicht automatisch zu einer Fällungsempfehlung.
Die Bewertung ergibt sich aus dem Zusammenhang der Befunde. Dabei berücksichtigen wir auch, welche Flächen und Einrichtungen sich im möglichen Einwirkungsbereich des Baumes befinden.
Wann ist eine eingehende Baumuntersuchung erforderlich?
In vielen Fällen reicht die Regelkontrolle aus, um Maßnahmen und den nächsten Kontrollzeitpunkt festzulegen. Lassen sich festgestellte Auffälligkeiten damit nicht ausreichend beurteilen, wird der Untersuchungsbedarf konkret benannt.
Eine eingehende Baumuntersuchung kann beispielsweise erforderlich sein, wenn die Bedeutung einer Höhlung, eines Pilzbefalls, eines auffälligen Astanschlusses oder eines möglichen Wurzelschadens unklar bleibt. Die weiterführende Untersuchung richtet sich nach der Frage, die beantwortet werden muss.
Für solche Aufgaben verfügen wir über einen eigenen Resistographen, einen Schalltomographen und ein eigenes Zugversuchsset. Für erforderliche Untersuchungen in erreichbaren Kronenbereichen stehen eigene Hubarbeitsbühnen zur Verfügung.
Regelkontrolle, weiterführende Untersuchung und gutachterliche Bewertung können dadurch innerhalb des Sachverständigenbüros aufeinander abgestimmt werden. Umfang und Verfahren einer zusätzlichen Untersuchung werden entsprechend den Befunden und der Aufgabenstellung festgelegt.
Wie häufig müssen Bäume kontrolliert werden?
Der Kontrollzeitpunkt wird anhand des einzelnen Baumes und seiner Umgebung festgelegt. Dabei sind insbesondere Entwicklungsphase, Zustand, erkennbare Schäden, Standortbedingungen und die berechtigte Sicherheitserwartung des Verkehrs zu berücksichtigen.
Ein Baum an einer stark genutzten Straße, auf einem Schulgelände oder neben einem Spielplatz stellt andere Anforderungen als ein Baum in einem selten betretenen Randbereich. Auch bereits bekannte Schäden oder Veränderungen am Standort können einen kürzeren Kontrollabstand erforderlich machen.
Bei der Planung wiederkehrender Kontrollen wird auch der Belaubungszustand berücksichtigt. Belaubte und unbelaubte Untersuchungen ermöglichen unterschiedliche Einblicke in Vitalität, Kronenstruktur und erkennbare Defektsymptome.
Der nächste Kontrollzeitpunkt wird dokumentiert. Ausführlichere Erläuterungen zur Festlegung und Organisation finden Sie in unserem Fachartikel zu den Kontrollintervallen in der Baumkontrolle.
Zusätzliche Anlasskontrollen können erforderlich werden, wenn außergewöhnliche Ereignisse oder Eingriffe die bisherige Einschätzung verändern. Dazu gehören beispielsweise Sturmereignisse, Kronenausbrüche, Anfahrschäden, Bauarbeiten im Wurzelbereich sowie Bodenauftrag oder Bodenabtrag.
Maßnahmen nach der Baumkontrolle
Eine Baumkontrolle liefert die Grundlage für das weitere Vorgehen. Dazu werden festgestellte Auffälligkeiten fachlich bewertet und geeignete Maßnahmen mit einer nachvollziehbaren Dringlichkeit benannt.
Je nach Befund können Empfehlungen umfassen:
- Fortführung der Regelkontrolle ohne zusätzliche Maßnahmen
- gezielte Nachkontrolle einer auffälligen Stelle
- Entfernung von Totholz oder bruchgefährdeten Ästen
- Kronenpflege, Kroneneinkürzung oder Kronensicherung
- Sicherung oder Absperrung eines Gefahrenbereichs
- eingehende Untersuchung und gegebenenfalls ein Baumgutachten
- Fällung, wenn die Verkehrssicherheit durch geeignete Erhaltungsmaßnahmen nicht angemessen hergestellt werden kann
Die Empfehlung richtet sich nach dem festgestellten Risiko und den Möglichkeiten des Baumerhalts. Ein Defekt allein begründet noch keine Fällung. Erhebliche Gefahren müssen dagegen klar benannt werden.
Für Auftraggeber soll erkennbar sein, was zu tun ist, mit welcher Dringlichkeit und ob anschließend eine weitere Kontrolle oder Untersuchung benötigt wird. Bei Bedarf kann die Bearbeitung durch Maßnahmenplanung, Ausschreibungsbetreuung oder die fachliche Kontrolle ausgeführter Baumpflegearbeiten ergänzt werden.
Dokumentation und eigene Katastersoftware
Die Dokumentation macht die Untersuchung und ihre Ergebnisse nachvollziehbar. Sie hält fest, welcher Baum zu welchem Zeitpunkt kontrolliert wurde, welche Befunde vorlagen und welche Empfehlungen daraus abgeleitet wurden.
Je nach Auftrag werden insbesondere erfasst:
- Baumstandort und eindeutige Baumzuordnung
- Baumart und Entwicklungsphase
- Datum und durchführende Person der Kontrolle
- Vitalität und Belaubungszustand
- sichtbare Schäden und Defektsymptome
- fachliche Bewertung der festgestellten Auffälligkeiten
- empfohlene Maßnahmen und ihre Dringlichkeit
- erforderliche weiterführende Untersuchungen
- nächster Kontrollzeitpunkt
- Fotografien und ergänzende Hinweise
Für die Aufnahme und Fortschreibung von Baumbeständen steht uns eigene Katastersoftware zur Verfügung. Damit lassen sich Kontrollbefunde, Maßnahmen und spätere Veränderungen strukturiert einem Baum zuordnen.
Bei wiederkehrenden Kontrollen können frühere Feststellungen mit dem aktuellen Zustand verglichen werden. Ein Baumkataster unterstützt außerdem die Organisation von Kontrollterminen und die Nachverfolgung empfohlener Maßnahmen.
Die Datenverwaltung ergänzt die fachliche Untersuchung. Entscheidend bleibt die qualifizierte Bewertung des jeweiligen Baumes.

Fachliche Kompetenz im Sachverständigenbüro
Eine zuverlässige Baumkontrolle erfordert Kenntnisse über Baumbiologie, Schadsymptome, Standortbedingungen und die Bedeutung von Defekten für die Stand- und Bruchsicherheit. Ebenso wichtig ist es, die Grenzen einer Sichtkontrolle zu erkennen und weiterführenden Untersuchungsbedarf zutreffend einzuschätzen.
In unserem Team sind folgende Qualifikationen vertreten:
- zwei Fachagrarwirte für Baumpflege und Baumsanierung
- zwei European Tree Worker
- vier Baumkontrolleure
Alexander Kraus ist seit 1992 in der Baumpflege tätig. Seine Qualifikationen als Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, European Tree Technician und personenzertifizierter Sachverständiger verbinden praktische Erfahrung mit fachlicher Untersuchung und gutachterlicher Bewertung.
Für die Bearbeitung stehen damit sowohl Kenntnisse aus der praktischen Baumpflege als auch die Möglichkeiten des Sachverständigenbüros zur Verfügung. Auffällige Befunde können im Zusammenhang bewertet und bei Bedarf gezielt weiter untersucht werden.
Grenzen einer visuellen Baumkontrolle
Die Regelkontrolle erfasst die zum Untersuchungszeitpunkt erkennbaren Gegebenheiten. Verdeckte Schäden oder Bereiche, die vom Boden aus nicht ausreichend einsehbar sind, können ihre Aussage begrenzen. Soweit sich daraus weiterer Untersuchungsbedarf ergibt, wird dieser benannt.
Auch eine sorgfältige Kontrolle kann keine absolute Sicherheit garantieren. Bäume entwickeln sich weiter und reagieren auf Witterung, Beschädigungen und Veränderungen ihres Standortes. Außergewöhnliche Ereignisse können eine erneute Beurteilung erforderlich machen.
Eine nachvollziehbare Dokumentation unterstützt Baumeigentümer und Verantwortliche bei der Organisation ihrer Verkehrssicherung. Dazu gehört auch, empfohlene Maßnahmen und weitere Kontrolltermine im Blick zu behalten.
Baumkontrolle durch das Sachverständigenbüro – deutschlandweit
Wir führen Baumkontrollen deutschlandweit durch. Die Untersuchungen finden am jeweiligen Objekt statt – auf privaten Grundstücken ebenso wie in Wohnanlagen, auf Friedhöfen, an Straßen, auf Gewerbeflächen oder in größeren öffentlichen Baumbeständen.
Für die Auftragsvorbereitung sind insbesondere der Standort, die ungefähre Anzahl der Bäume, die Nutzung der Flächen und bereits vorhandene Kontrollunterlagen hilfreich. Der Aufwand richtet sich unter anderem nach Bestandsgröße, Zugänglichkeit, Zustand der Bäume und dem vereinbarten Umfang der Dokumentation.
Sie erhalten eine verständliche Übersicht der festgestellten Befunde und konkrete Empfehlungen für das weitere Vorgehen. Bei Bedarf verbinden wir die Baumkontrolle mit der Betreuung eines Baumkatasters, einer eingehenden Untersuchung oder einem Baumgutachten. Bei geplanten Bauarbeiten kann außerdem eine frühzeitige Beratung zum Baumschutz sinnvoll sein.
Sie möchten einzelne Bäume oder einen größeren Bestand kontrollieren lassen? Schildern Sie uns den Standort und den Anlass. Vorhandene Baumlisten, Pläne und frühere Kontrollunterlagen helfen bei der Vorbereitung.
Fachliche Grundlage
Die fachliche Grundlage der Regelkontrolle bilden insbesondere die FLL-Baumkontrollrichtlinien. Je nach weiterführender Aufgabenstellung werden außerdem die einschlägigen Regelwerke für eingehende Untersuchungen und Baumpflegemaßnahmen berücksichtigt:
- FLL-Baumkontrollrichtlinien
- FLL-Baumuntersuchungsrichtlinien
- FLL-ZTV-Baumpflege



Weiterführende Informationen finden Sie auf unseren Seiten:
Kontrollintervalle in der Baumkontrolle
Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen
Baumkataster erstellen und pflegen


